Bei meinem Beitrag gestern bin ich in eine Richtung gegangen, die ich eigentlich ursprünglich nicht vorhatte. Nun also schnell nachgeliefert, worauf ich gestern eigentlich hinauswollte!
Schön, wenn Menschen Energie für ihr schweres Leben aus dem Glauben schöpfen, es gäbe einen gerechten Gott, der ihre guten Taten auf Erden beobachtet und es ihnen im Himmel tausendfach vergelten möge. So gesehen ist der Glaube eine Art praktische Lebenshilfe, um auch schwierige Zeiten zu überstehen.
Aber letztendlich bleibt diese Kraftquelle ein bloßer Glaube und ist in eine Reihe zu stellen mit dem Glauben, dass zum Beispiel andere Menschen meine Gedanken lesen können oder dass es in unserem Sonnensystem noch andere Lebewesen gibt als uns oder dass sich mein Leben grundlegend ändern wird, wenn ich nur diesen oder jenen Heilstein stets bei mir trage.
Beweisen kann man letztlich keine dieser Theorien und nur der Glaube daran versetzt Berge, wie es so schön heißt. Aber ist es nicht ganz schön armselig, seine Daseinsberechtigung und seinen Lebensinhalt allein daraus zu schöpfen, dass es da möglicherweise noch ein Wesen gibt, dem wir Tribut zollen sollten? Wo sind die anderen Qualitäten und Fähigkeiten, die uns ausmachen? Wo ist unser Selbstbewusstsein angesichts der Dinge, die wir in unserem Leben schon geschafft haben. Brauchen wir wirklich immer einen Gott oder den Glauben, um ruhigen Gewissens existieren zu können?

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